Die Via Francigena von Canterbury nach Rom
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Mein Weg von Canterbury nach Rom

Die Via Francigena

Hier ein paar Details zur Via Francigena (Frankenweg). Der Weg beginnt in Canterbury (Südengland), in einer Tagesetappe nach Dover, dann über den Ärmelkanal nach Calais, Reims, Chalons s. M., Besancon, Pontarlier, Lausanne, Gr. San Bernard, Aosta, Vercelli, Pavia, Piazenza, über den Appenin (Cisapass), Cararra, Lucca, Siena, Bolsena nach Rom, um nur einige Stationen zu nennen. Die Entfernung von Canterbury zum Grand San Bernard beträgt etwa 920km, vom Gr. San Bernard bis Rom etwa 850km.

Als mit dem Edikt von Mailand im Jahre 313 Kaiser Konstantin das Christentum im Römischen Reich als Religion zulässt, setzt sofort ein großer  Strom von Pilgern an das Grab des Apostels Petrus ein. Die Pilger profitieren vom römischen Straßennetz mit seinen Wegeunterkünften.

Mit dem Beginn der Völkerwanderung kommt es zu einem Niedergang der Pilgerbewegung, viele Straßen und Unterkünfte werden zerstört oder dem Verfall überlassen, deshalb wird der Weg nach Rom für die Pilger zu riskant und zu mühsam. Die Sarazenen nehmen im Jahr 972 den Abt von Cluny, der nach Rom unterwegs war, gefangen und erpressen ein Lösegeld von tausend Pfund Silber.

Erst kurz vor der ersten Jahrtausendwende werden die Zeiten für Pilger wieder besser.  Im Jahr 989 reist Bischof  Sigeric von Canterbury in 79 Etappen nach Rom. Die 79 (bzw. 80) Etappen seiner Heimreise hat er in einem bis heute erhaltenen, detaillierten Reisebericht niedergeschrieben. Auch die Übernachtungsorte sind bekannt. Die Via Francigena in seiner heutigen Form geht im Wesentlichen auf diesen Bericht zurück. Es gibt aber noch andere, auch ältere Pilgerberichte des Romweges aus Mitteleuropa.

Der Pilgergedanke hat sich dann im Mittelalter, mit Verkündung der Heiligen Jahre, immer stärker ausgeprägt. So sind im Jahr 1575, 500 000 Pilger nach Rom gekommen, obwohl Rom damals nur 100 000 Einwohner hatte. Anfang des 18. Jahrhunderts erfährt die Pilgerei einen erneuten Niedergang; durch die Französische Revolution kommt das Pilgern nach Rom (natürlich auch nach Compostella) fast zum völligen Erliegen. Erst mit dem Bau der Eisenbahn treffen wieder größere Pilgergruppen in Rom ein.